Chemie

Habekost, Edda NEU
StR´Edda Habekost
Chemie, Englisch

Bereits im Altertum beschäftigten sich die höheren Kulturen mit chemischen Techniken zur Herstellung von neuen Stoffen und Materialien (Gerberei, Extraktion von Farbstoffen, Herstellung von Giftstoffen etc.) wie auch mit grundsätzlichen Fragen nach der Zusammensetzung der Materie. Im Mittelalter wurden im Zuge von Transmutationsexperimenten zahlreiche Elemente und Verbindungen entdeckt (z.B. Phosphor, Schwefel, Quecksilber, Blei, Schwefelsäure) und neue Stoffe hergestellt (u.a. Porzellan, Glas, Berliner Blau).

Das Gebiet der Chemie differenzierte sich im Laufe der 20. Jahrhunderts in verschiedene Teilgebiete, so dass die Chemie heute üblicherweise  aus den Gebieten Anorganische, Organische, Physikalische,  Analytische, Technische Chemie, Computer- und Biochemie besteht mit jeweils unterschiedlichen (historischen) Traditionen und Fachvertretern.

Gegenwärtig sind in all diesen Gebieten aktuelle Entwicklungen zu beobachten, die direkte Auswirkungen auf den Alltag haben. Beispielhaft seien hier genannt: Herstellung neuartiger Materialien etwa im Flugzeugbau, Synthese von hochspezifischen Katalysatoren zur Reduktion von CO2, Einzelmolekülnachweise, Berechnung von molekularen Eigenschaften etwa aus der Biochemie, Batterieentwicklung.

Im Rahmen der innovativen Chemiedidaktik werden Konzepte entwickelt, die diese Themen im experimentell-naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess auch in den Chemieunterricht integrieren. Darüber hinaus entwickelt die Chemiedidaktik methodische Konzepte zur differenzierten Förderung von Schülern und Schülerinnen durch unterrichtsmethodische Varianten, wie (Bilder-)Geschichten, Mind- und Concept-Maps, scaffolding, Lernprozessmodelle, computerunterstütztes Messen und Regeln. Ziel der Curriculumsforschung ist eine problemorientierte vertikale und horizontale Verknüpfung von Lerninhalten, d.h. die Entwicklung einer Fachstruktur, die, ausgehend von „Kontexten“ über „Fachwissen“ zu „Basiskonzepten“ eine Vernetzung innerhalb der fachlich-chemischen und zwischen der chemischen und anderen naturwissenschaftlichen Inhalten erreicht. Zahlreiche dieser methodischen Konstrukte werden empirisch hinsichtlich ihrer Lerneffekte untersucht.

Damit knüpft die Chemiedidaktik einerseits an der Chemie als Bezugswissenschaft an, stellt aber darüber hinaus Verbindungen her zur Schulpädagogik (bei Fragen nach den institutionellen Rahmenbedingungen von Chemieunterricht), zur pädagogischen Psychologie (bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Lernen und Emotionen) und zur empirischen Bildungsforschung.