Krisen- und Konfliktpädagogik

Krisen erkennen. Konflikte gestalten. Handlungsfähig bleiben.
 

Schule ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Lehrkräfte begegnen täglich Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Belastungen und Konflikten. Die Zusatzqualifikation Krisen- und Konfliktpädagogikunterstützt Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst dabei, herausfordernde Situationen professionell zu erkennen, angemessen zu begleiten und ihre eigene Handlungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Im Mittelpunkt stehen der konstruktive Umgang mit Krisen und Konflikten bei Kindern und Jugendlichen sowie die Entwicklung präventiver, deeskalierender und reflektierter Handlungsmöglichkeiten. Dabei verbindet die Zusatzqualifikation psychologische Grundlagen mit pädagogischen Handlungskonzepten und orientiert sich konsequent an den Anforderungen schulischer Praxis.

Die Zusatzqualifikation knüpft unmittelbar an die pädagogische Ausbildung am Studienseminar Hildesheim an und vertieft deren Inhalte praxisorientiert. Sie greift zentrale Themen des Kerncurriculums auf – von lernwirksamem Unterricht über entwicklungspsychologische Perspektiven und Werte- sowie Demokratieerziehung bis hin zur Professionalisierung der eigenen Lehrkraftrolle. Gleichzeitig stärkt sie Kompetenzen für die Zusammenarbeit mit Eltern, Beratungsstellen, der Jugendhilfe und weiteren außerschulischen Unterstützungssystemen.

Die Teilnehmenden setzen sich unter anderem mit Biografiearbeit, kindlichen Belastungen und Krisendynamiken, Konfliktmanagement, Deeskalationsstrategien, psychischen Erkrankungen und Störungsbildern, Kindeswohlgefährdung sowie der ASH-Methode zur Wiederherstellung der eigenen Handlungsfähigkeit auseinander. Ziel ist es, auch in komplexen Situationen professionell, reflektiert und handlungsfähig zu bleiben.

Die Zusatzqualifikation umfasst 20 Seminarstunden, die in sechs Veranstaltungsblöcken durchgeführt und durch häusliche Vor- und Nachbereitung ergänzt werden.

Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss sind:

  • regelmäßige Teilnahme (maximal 20 % Fehlzeit),
  • aktive Mitarbeit einschließlich Protokollführung,
  • die Durchführung und Reflexion einer pädagogischen Intervention sowie
  • die Teilnahme an einem abschließenden Kolloquium.

Die Module der Zusatzqualifikation behandeln folgende Themen:

  • Biografiearbeit – die eigene Biografie reflektieren, Methoden kennenlernen und Ressourcen stärken,
  • Krisenkinder und Kindertypen – Belastungen erkennen und Strategien für den pädagogischen Alltag entwickeln,
  • Deeskalation und Umgang mit Widerständen – Konflikte konstruktiv bearbeiten und auch schwierige Elterngespräche professionell gestalten,
  • Psychische Krankheits- und Störungsbilder – schulisch relevante Erscheinungsformen, Handlungsmöglichkeiten und Grundlagen der Medikamentenkunde kennenlernen,
  • Kindeswohlgefährdung – Anzeichen erkennen, rechtliche Grundlagen und Verfahren nach § 8a SGB VIII verstehen sowie Fallbesprechungen durchführen,
  • ASH-Methode zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit – theoretische Grundlagen kennenlernen, praktisch anwenden und die eigene professionelle Haltung reflektieren.

Die Zusatzqualifikation leistet einen Beitrag zur Professionalisierung angehender Lehrkräfte im Umgang mit den zunehmend komplexen psychosozialen Anforderungen schulischer Realität. Sie unterstützt damit die Gestaltung eines lernwirksamen, werteorientierten und gesundheitsförderlichen Unterrichts und Schullebens und greift zugleich die im Leitbild des Studienseminars Hildesheim verankerten Aspekte der demokratisch-pluralistischen Wertehaltung und der Salutogenese auf.

Sie haben Fragen zur Zusatzqualifikation? Dann kontaktieren Sie gerne André Streve.