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Studienseminar Hildesheim für
das Lehramt an Gymnasien
Otto-Franzius-Str. 4
31137 Hildesheim
Telefon: 05121 – 206 6770
Mail: poststelle@seminar-hi-lgym.niedersachsen.de

Öffnungszeiten:
Montag – Donnerstag 09:00 – 16:00 Uhr
Freitag 09:00 – 13:30
in den Ferien 09:00 – 12:00

Wir haben offene Türen
für alle, die sich für Lehrkräfteausbildung an unserem Seminar interessieren, egal ob im Studium, als Ausbildungslehrkraft, für einen Quereinstieg…

Bitte stöbern Sie dazu auch gern in den Fachseminaren und kontaktieren Sie uns.

„Wie schön war das und lustig…“ (beim Firmenlauf 2026)

schreibt Katharina von der Heide, „Motorin“ des Firmenlaufs am StS Hildesheim nach Dusche und Abendessen.

Und das war es! Trotz wettertechnisch ziemlich herausfordernder Rahmenbedingungen (Sturzregen, Schlammschlacht, Riesenpfützen, Ausrutschgefahr im Zieleinlauf) nahm am 10. Hildesheimer Firmenlauf ein Team von 22 Lehrkräften im Vorbereitungsdienst

In folgenden Laufdistanzen waren wir unterwegs: 1 Mal im Schnupperlauf (3,5 km), 5 Mal im Walking (3,5 km), 4 Mal auf der Strecke 9,5 km und 12 Mal auf 5,5 km. Die Besonderheit: Zwei Personen aus der Walking-Gruppe nahmen gleich noch mal an einem zweiten Lauf teil: „Jetzt bin ich drin!“.

Zum Verlauf:

Nach der Sturzflut direkt im Vorfeld des Laufs sammelten sich nach und nach fast alle angemeldeten Läufer_innen des StS zur Ausgabe der T-Shirts und der Startnummern. Die Stimmung war etwas angespannt, weil die unterschiedlichen Regenradare noch einen Nachschlag prognostizierten. Alle Jacken und die Süßigkeiten wurden in Müllsäcken gesichert und dann ging es auch schon los, Schnupperlauf, Walking, 9,5 km und 5,5 km.

Nur die ersten beiden Läufe kamen regenfrei durch, die tapferen 9,5-Läufer erwischte es irgendwann unterwegs und die tolle große Truppe der 5,5-Läufer_innen direkt am Start. 

Die Strecke war teilweise noch matschig und durch die Pfützen recht eng – Pfützen konnten aber natürlich auch wildschweinmässig einfach ignoriert werden:-) Zum Glück kamen alle von uns gut durch.

Am Ende wartete eine immer größer werdende Gruppe von Finishern der einzelnen Läufe auf die weiteren, um sie in der Abschlussphase zu würdigen und anzufeuern – das war ein besonders schöner Moment, ebenso wie die vielen wechselseitigen Wahrnehmungen und Gespräche am Rande des Geschehens zwischen allen Beteiligten, die den normalen Ausbildungskontext übersteigen.
Challenge: Nach dem „Danachfoto“ perfomenten die LiV mit einem Pyramidenfoto, was wiederum die Ausbilder_innen herausforderte, etwas irgendwie Ähnliches zu versuchen.

Bei sehr schönem und mildem Abschlusswetter konnten dann alle in weitere Anschlussverabredungen oder einfach nach Hause starten. Materielle Preise gab es diesmal nicht, auch kein Autogramm von Frank Busemann (Olympia 10-Kämpfer 1996), aber den großen Preis haben wir auch bei der vierten Teilnahme am Firmenlauf mitgenommen: Das Erleben eines gemeinschaftlichen Moments, der die Grenzen zwischen Ausbildenden und LiV aufhebt – in diesem Jahr unter besonderen wettertechnischen Rahmenbedingungen.

Ein herzlicher Dank geht an Katharina von der Heide für die Organisation und durchgehende Motivation aller Beteiligten!

Carolin Schaper

Ein Jahrgang, der alles mitgenommen hat 

Die LiV des aktuellen Examensjahrgangs 2025_1 haben wirklich ALLES mitgenommen, was das StS Hildesheim zu bieten hatte und noch viel darüber hinaus. Sie haben sich sozusagen ihr eigenes Ref gestaltet, trotz Anstrengung, Druck, der weiter zu optimierenden Rahmenbedingungen und der überhaupt nicht zufriedenstellenden Situation der Stellenbewerbungen im letzten Teil der Ausbildung.

Mitgenommen und unterstützt haben sie: Zwei Besetzungsverfahren für neue Ausbilder_innen durch aktive Kommissionsarbeit. Diverse Ausbilder_innenwechsel. Den Firmenlauf 2025. Das Seminarkino. Selbst erfunden: Ein Krimidiner im Marktplatz vor Weihnachten. Zwei Vollversammlungen. Den Tag der Begegnung zur Demokratiebildung. Ein intern organisiertes Begleitsystem für alle schwierigen Situationen, vor allem die PUs. Und zum Abschluss, upps, eine unaufgefordert eigenständig durchgeführte Evaluation, um die Seminarentwicklung voranzutreiben. Und das ist nur das, was wir als Ausbildende mitbekommen haben – die Dauerschleife mit vielen Fotos von privaten Aktionen gab da heute noch einmal ganz andere Einblicke. Ein gemeinsames Wochenende, bevor sich alle zerstreuen, steht bevor.

Mitgenommen haben sie auch die heißeste Entlassungsfeier, die wir bisher hatten und trotz 36 Grad wurden die gegrillten Würstchen gnadenlos gut angenommen. Danke an dieser Stelle an den Jahrgang 2026_1, der auf großartige Weise diese Feier ermöglicht hat!

Es folgen ein paar kleine Impressionen aus den einzelnen Beiträgen, die zusammengenommen einen guten Eindruck dieses Jahrgangs geben, der sich schon in der Einführungswoche selbstbewusst  als „bester Jahrgang aller Zeiten“ ankündigte.

Aus der Begrüßung des Jahrgangs 2026_1:

„Lieber Jahrgang 2025.1, hinter Euch liegt wahrscheinlich eine der intensivsten Zeiten Eures Lebens – und wir feiern heute den erfolgreichen Abschluss dieser Zeit. 

Ihr habt in den letzten 1,5 Jahren nicht nur viel gelehrt, sondern auch viel gelernt und seid nun dort, wo wir, der Jahrgang 2026.1, erst noch hinwollen. 

Wir sind hier vor einem halben Jahr herzlich begrüßt worden und dürfen Euch nun herzlich begrüßen – zu Eurer Verabschiedung – da schließt sich ein Kreis.“

 

Aus der Begrüßung der Seminarleitung:

„Sie waren wie das Wetter heute ein Jahrgang zum Dahinschmelzen – ein Jahrgang, der uns als ausbildendes Kollegium und Seminarleitung durchaus gefordert und uns zugleich enorm viel gegeben hat.“

 

Aus der Rede für das ausbildende Kollegium (André Streve/ Katharina von der Heide):

“Station Referendarstisch und Klassenzimmer: Hier haben Sie das Wichtigste gelernt. Hier haben Sie gelernt, Unterricht zu planen. Und hier haben Sie gelernt, dass Unterricht sich nur selten an Unterrichtsplanung hält. Hier haben Sie gelernt, spontan zu reagieren. Verantwortung zu übernehmen. Menschen wahrzunehmen. Und auch an Tagen weiterzumachen, an denen nichts so lief, wie es sollte.”

[…] Doch der Referendarstisch erzählt nicht nur von Arbeit. Er erzählt von Gemeinschaft.

Von spontanen Hilferufen. Von Materialtausch. Von gemeinsamem Lachen. Von gegenseitiger Unterstützung. Von Menschen, die einander durch schwierige Unterrichtsbesuche, Korrekturphasen und Examensvorbereitungen getragen haben.”

 

Aus der Rede des Examensjahrgangs:

„Als krönenden Abschluss mussten wir dann nur noch unseren Prüfungstag hinter uns bringen. Wir können stolz berichten: Wir haben es alle geschafft. (KLATSCHEN) In dieser Phase war es ganz besonders wichtig, füreinander da zu sein, sowohl bei der Vorbereitung als auch am PU-Tag selbst. […] Zu guter Letzt möchten wir uns bei unserem Jahrgang bedanken. Dafür, dass ihr uns euer Vertrauen [als Personalrat] geschenkt habt, für die unvergesslichen Abende und Freundschaften, die über das Referendariat hinaus reichen werden. Euch allen wünschen wir nur das Beste, egal, in welche Himmelrichtung oder an welche REWE-Kasse es euch verschlägt. Wir werden euch vermissen.
Für uns steht fest: Das Referendariat war die beste Gruppenarbeit, die wir je hatten. Dankeschön.“

Gute Wünsche natürlich auch von Seiten der Ausbildenden – André Streve und Katharina von der Heide haben es so formuliert: “Manche Wege sind bereits klar. Andere beginnen erst.Doch wohin Ihre Reise Sie auch führen wird: Nehmen Sie etwas von Ihrem Jahrgang mit. Von seinem Humor. Von seinem Zusammenhalt. Von seiner Menschlichkeit. Und von dem Wissen, dass Sie für viele junge Menschen einmal genau die Lehrkraft sein werden, die einen Unterschied macht. Eine Lehrkraft, die zuhört. Die Mut macht. Die Orientierung gibt. Und an andere glaubt.”

Carolin Schaper

Thementag „Sprachsensibler Geschichtsunterricht“

Sprache als „hidden curriculum“ oder expliziter Lernprozess im Geschichtsunterricht?

„Das Implizite explizit machen“ – mit diesem Vorhaben trafen sich am 25. Juni die Fachseminare Geschichte der Studienseminare Verden und Hildesheim im hiesigen Studienseminar zum Thementag „Sprachsensibler Geschichtsunterricht“. Während des offenen Beginns bekamen die LiVs zunächst die Möglichkeit, sich kennenzulernen und über erste Thesen zum Stellenwert von Sprache im Geschichtsunterricht ins Gespräch zu kommen. Anschließend führte Frau Schrader in das Gestaltungskonzept des sprachsensiblen Geschichtsunterrichts ein. Dieses bezieht sich auf den Umgang mit den vielfältigen sprachlichen Herausforderungen von Schüler*innen bei der Rezeption historischer Quellen und sprachlich verdichteter Darstellungen, bei der Textproduktion sowie beim Verstehen und Anwenden historischer Fachbegriffe.

Angesichts dieser Herausforderungen wurde im Plenum die Frage diskutiert, ob Sprache für Schüler*innen ein „hidden curriculum“ im Geschichtsunterricht bilde, indem das sprachliche Anforderungsprofil trotz dessen hoher Relevanz häufig implizit bleibe. Dem entgegenzuwirken stellt eines der zentralen Ziele des sprachsensiblen Geschichtsunterrichts dar: Mündlichkeit, Lese- und Schreibprozesse rücken dabei als explizite historische Lernprozesse in den Fokus, die durch die Geschichtslehrkräfte aktiv gestaltet werden. In der Praxis kann dies unter anderem durch die Förderung historischer Lese- und Schreibfähigkeit und gezielten Strategieerwerb erfolgen. Ausgangspunkt sind dabei die Bedarfe der Lerngruppe und die fachlichen Lehrziele.

Nach einer Mittagspause und Stärkung am Mitbringbuffet wurden konkrete Methoden zur Unterstützung der Schüler*innen in den Bereichen „Geschichte lesen“, „Geschichte schreiben“ sowie „Geschichtsunterrichtsgespräch“ in Workshops erarbeitet und diskutiert. Neben den vielen Impulsen durch die bereitgestellten Fortbildungsmaterialien des Instituts für Geschichtsdidaktik der Universität Münster boten dabei insbesondere die vielfältigen Unterrichtserfahrungen an den unterschiedlichen Schulen Anlass zu konstruktiven, mitunter kontroversen Diskussionen. Es zeigte sich dabei ebenso die grundsätzliche Notwendigkeit sprachsensiblen Unterrichtens wie auch die Vielfalt unterrichtspraktischer Umsetzung.

Im Abschlussplenum betonten die LiVs, dass ihnen der Thementag einen aufschluss-reichen Einblick in das ihnen bisher noch weitgehend unbekannte Gestaltungskonzept des sprachsensiblen Geschichtsunterrichts ermöglicht habe. Darüber hinaus wurde die Kooperation zwischen den Studienseminaren sowohl seitens der LiVs als auch seitens der Ausbildenden als sehr bereichernd empfunden. Zukünftige Kooperationen sind deshalb angedacht.

Lars Wichmann (25.06.2026)

Gemeinsam für Demokratiebildung auf dem Tag der Begegnung 2026 am Studienseminar Hildesheim

Am 24.02.2026 fand am Studienseminar Hildesheim der diesjährige Tag der Begegnung statt. Unter dem Leitthema „Demokratiebildung in Schule und Studienseminar“ kamen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, Ausbildungslehrkräfte der Ausbildungsschulen sowie Ausbildende des Studienseminars zusammen, um sich gemeinsam mit einer zentralen Herausforderung schulischer Bildung auseinanderzusetzen.
Bei einem Mittagsimbiss gab es zunächst Gelegenheit zum Ankommen, zum ersten Austausch und zur Vernetzung.

Demokratiebildung als gemeinsame Aufgabe
Dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen Zeit für diesen Tag genommen haben, wurde als sehr positives Signal wahrgenommen. Es zeigt, dass Demokratiebildung nicht als Zusatzaufgabe verstanden wird, sondern als gemeinsamer Auftrag aller an Schule Beteiligten. Gerade angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen Schule steht, macht diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit Hoffnung.
Ein leitender Gedanke der Veranstaltung war dabei: Demokratiebildung gelingt nicht abstrakt, sondern ist wesentlich abhängig von den Haltungen, Überzeugungen und der Professionalität des pädagogischen Personals. Ausbildung kann – und muss – hier einen zentralen Beitrag leisten.

Impulse und Perspektiven aus der Ausbildung
Den inhaltlichen Auftakt bildete ein Impuls von Christian Gauger mit dem Titel „Neutrale (?) Schule als demokratischer Erfahrungsraum“. Ausgehend vom Erlass zur Stärkung der Demokratiebildung in Niedersachsen (2021) wurde deutlich gemacht, dass Schule kein wertneutraler Raum ist und dass pädagogische Neutralität nicht mit Haltungslosigkeit verwechselt werden darf. Schule ist vielmehr an die freiheitlich-demokratische Grundordnung und an die Unantastbarkeit der Menschenwürde gebunden.
Daran anschließend gab Juliane Mörsch Einblicke in die Arbeit des Pädagogikseminars und zeigte auf, wie Demokratiebildung dort bereits konkret, reflexiv und fallbezogen in die Ausbildung integriert ist.
Weitere zentrale Bezugspunkte des Tages waren Fallbeispiele, die von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst eingebracht wurden. Sie spiegelten herausfordernde Situationen aus dem schulischen Alltag wider – etwa diskriminierende oder demokratiekritische Äußerungen von Schülerinnen und Schülern, aber auch ambivalente oder problematische Haltungen im Kollegium der Lehrkräfte. In einem verdichteten Rollenspiel wurden dem Plenum ausgewählte Situationen vorgestellt. Dieser realitätsnahe Zugang eröffnete einen hohen Reflexionsgewinn und machte die Komplexität professionellen Handelns sichtbar.

Workshops: Vielfalt, Praxisnähe und intensive Beteiligung
Nach dem ersten Plenumsteil folgte ein umfangreiches Workshopangebot aus den verschiedenen Fachseminaren. Hier wurden unterschiedliche Zugänge zur Demokratiebildung in der Ausbildung eröffnet – von fachbezogenen Perspektiven über schulische Entwicklungsfragen bis hin zu konkreten Übungs- und Reflexionsformaten. Die zuvor vorgestellten Fallbeispiele wurden in den Workshops z.T. erneut aufgegriffen, vertieft und in praktische Handlungsoptionen überführt. Mit großer Beteiligung wurde über einzelne Aussagen und Haltungen diskutiert.

Demokratiebildung braucht Zusammenarbeit
Die Rückmeldungen aus der Evaluation der Veranstaltung spiegeln eine sehr wertschätzende Arbeitsatmosphäre wider. Viele Teilnehmende betonten, dass sie aus der Veranstaltung konkrete Anregungen für die eigene schulische Praxis mitgenommen haben. Zudem wurde in vielen Gesprächen deutlich, dass Demokratiebildung an den Schulen bereits mehr stattfindet, als sie explizit benannt oder sichtbar gemacht wird.

Ein besonderer Dank gilt der Planungsgruppe sowie den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, die Workshops angeboten und den Tag inhaltlich getragen haben. Eine besondere Bereicherung an diesem Tag stellte die gemeinsame Gestaltung und Umsetzung der Planungen mit Hilfe der großen Anzahl unserer Referendarinnen und Referendare dar. in diesem Sinne danken wir allen Teilnehmenden für ihre Zeit, ihre Offenheit und ihr Engagement.

Wir bleiben dran!

Christian Gauger
04. März 2026

Ein Abend des Dankes, der Gemeinschaft und des Aufbruchs

Am Freitag, den 23.01.2026, wurde der Examensjahrgang 2024_1 feierlich mit dem Staatsexamenszeugnis verabschiedet. Die Veranstaltung war geprägt von einer offenen, herzlichen und durchweg wertschätzenden Stimmung – ein Abend, der deutlich machte, wie viel Gemeinschaft, Engagement und gegenseitige Unterstützung diese Ausbildungszeit getragen haben. Das war auch schön für die vielen Ausbilder und Ausbilderinnen, die bis kurz vorher besonders involviert waren und Feueralarm und wetterbedingte Ausfälle von Prüfungstagen gemeinsam mit durchgestanden haben.

 Ein gelungener Rahmen – getragen vom Jahrgang 2025_2

Für die Planung, Organisation und Durchführung der Feier war der Jahrgang 2025_2 verantwortlich. Und: Der Rahmen ließ keine Wünsche übrig! Vom Essensangebot über die liebevolle Dekoration bis hin zur stimmigen Raumgestaltung zeigte sich, mit wie viel Verantwortung und Blick fürs Detail dieser Jahrgang die Veranstaltung vorbereitet und gemanagt hat.

Bereits der Startschuss und die Begrüßung machten die besondere Atmosphäre des Abends spürbar. Diese übernahmen Herr Hartung und Frau Sierig stellvertretend für den Jahrgang 2025_2. Mit den Worten Wir sind schon ein bisschen neidisch – aber wir freuen uns so sehr für euch, was ihr geschafft habt. Und bald stehen wir ja selbst an eurer Stelle. schlugen sie eine Brücke zwischen Anerkennung für das Erreichte und Vorfreude auf den eigenen Weg.

Die Rede aus Sicht des ausbildenden Kollegiums hielt Lasse Mihm, Fachleiter für das Fach Sport. In seinem bildstarken Vergleich des Referendariats mit einem Triathlon würdigte er die Leistungen des Jahrgangs und rückte zugleich das Miteinander in den Mittelpunkt. Besonders eindrücklich blieb seine Betonung von Kooperation und gegenseitiger Unterstützung: „Ihr habt euch gegenseitig Windschatten gegeben, um Energie zu sparen und gemeinsam schneller voranzukommen.
Zugleich machte er deutlich, dass „diese Ziellinie nicht das Ende ist, sondern vielmehr ein Anfang.

Die Grußworte aus Sicht der examinierten Referendarinnen und Referendare übernahmen Frau Köhler, Herr Wolpers und Herr Kästner, die auch schon in der Personalratsarbeit am Seminar tatkräftig für ihre Gruppe gesprochen hatten:

„Wir waren vermutlich genau die heterogene Lerngruppe, die sich niemand wünscht, aber wir sind trotzdem großartig!“. Unterhaltsam, anerkennend und nicht ohne Stolz blickten sie auf die gemeinsame Ausbildungszeit zurück und nutzten die Gelegenheit, den vielen Menschen vor und hinter den Kulissen der Ausbildung ihren ausdrücklichen Dank auszusprechen, aber auch strukturelle Hürden wie die schriftliche Arbeit klar zu benennen.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH lieber Jahrgang 2024_1

 

Abschied in den Ruhestand – Dank an Marion Schober

Ein ebenfalls sehr bewegender Moment des Abends war die Verabschiedung von Marion Schober, die nach langjähriger Tätigkeit als Vollzeit-Verwaltungskraft in den Ruhestand eintritt. Eine umfangreiche und durchaus auch lustige Videobotschaft, persönliche Worte und zahlreiche Geschenke machten deutlich, wie sehr sie von Referendarinnen und Referendaren ebenso wie vom ausbildenden Kollegium geschätzt wird.

Die besten Wünsche für ihren neuen Lebensabschnitt wurden von langen Standing Ovations begleitet.

 

Im direkten Anschluss ging die Veranstaltung in das Winterfest über – ebenfalls organisiert vom Jahrgang 2025_2. Dank Lars Wichmann wurde dabei eine Seminartradition wiederbelebt: Livemusik. Mit Looper, Gitarrenklängen und viel Gespür für Atmosphäre erhielt der Abend einen besonderen Glanz. Spontane Jam-Sessions in wechselnden Besetzungen unterstrichen den gemeinschaftlichen Charakter der Feier.

Am Ende verband sich alles zu einem rundum gelungenen Abend mit guten Gesprächen, hervorragendem Essen, sehr gekonnter Livemusik und dem bleibenden Eindruck, wie viel entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und bis zum Schluss an einem Strang ziehen. Übrigens auch beim Aufräumen der Küche 😉

DANKE!

Stimmen hören – miteinander sprechen – einander zuhören…

Am Seminarentwicklungstag am 10.11.2025 hat sich das ausbildende Kollegium des Studienseminars intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe in Ausbildung, Beratung und Seminarkultur wirksam gestaltet werden kann. Ausgangspunkt war die gemeinsame Überzeugung, dass Demokratie nicht allein Gegenstand von Unterricht ist, sondern bereits im Seminar erlebt, reflektiert und praktiziert werden muss.

In Arbeitsphasen und kollegialem Austausch wurden bestehende Formate sichtbar gemacht und weitergedacht: exemplarische Ausbildungssitzungen mit besonderer Relevanz für demokratische Haltungen, Wahlmodule zu Gesprächsführung, gewaltfreier Kommunikation und argumentativer Auseinandersetzung, Beratungsformate mit stärkenorientiertem Fokus sowie partizipative Prozesse der Seminarentwicklung. Auch der professionelle Umgang mit Widerspruch, Kritik und demokratiefeindlichen Positionen wurde als zentrales Element demokratischer Bildung in der Ausbildung hervorgehoben.

Darüber hinaus nahm das Kollegium demokratische Praxis im Seminar selbst in den Blick: Feedback- und Evaluationsprozesse, gemeinsame Planung, Personalratsarbeit und Leitungsarbeit wurden als Erfahrungsräume verstanden, in denen Mitbestimmung, Verantwortung und Zuhören konkret erfahrbar werden.

Ein Ergebnis dieses Tages ist ein Podcast, in dem Stimmen aus dem Kollegium hörbar werden und Perspektiven auf Demokratiebildung im Studienseminar zusammengeführt sind. Der Podcast bietet Einblicke in den Austausch und Bezugspunkt einer gemeinsamen Haltung: sich mitzuteilen, einander zuzuhören, unterschiedliche Positionen auszuhalten und demokratische Prozesse bewusst zu gestalten.

Klicken sie gerne auf PODCAST 1 und auf PODCAST 2, um in die Gedanken und Impulse des Seminarentwicklungstages hineinzuhören und diese weiterzudenken.

Christian Gauger, 21.01.2026

„ALLES HAT SEINE ZEIT“ (Prediger 3,1)

Auch bei zeitweiliger Abwesenheit von Silke Hainke ist die Ausbildung im Fach Religion bestens und verlässlich geregelt.

Wir freuen uns sehr über die überaus qualifizierte Vertretung durch Fr. Dr. Christiane Rösener im kommenden Schulhalbjahr.

 

VIELEN DANK FRAU KOLLEGIN!

Zusatzqualifikation Naturwissenschaften

Am 21. und 22. November war es so weit: Zwei Reinfächer wurden zu einem
Fachgemisch.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Fr. Sierig für Ihren Bericht von diesem gelungenen Tag!

Vier Biolog:innen und zwei Chemiker:innen trafen zusammen, denn alle
haben sich entschieden, die Zusatzqualifikation Naturwissenschaften zu besuchen.

Dafür fand am letzten Freitag der Auftakt statt. Begonnen haben wir damit,
untereinander unsere Interessen und Fragen auszutauschen. Die große Gemeinsamkeit,
die wir feststellen konnten, war vor allem eine: die Naturwissenschaften
fächerübergreifend unterrichten zu können. Um das möglichst gut umzusetzen, haben
wir einen Blick in das KC der IGS geworfen. Dabei konnten wir feststellen, dass die
Themen gar nicht so weit auseinandergehen, wie es manchmal wirkt. Außerdem haben
wir die Chance bekommen, zwei Lehrerinnen von der Robert-Bosch-Gesamtschule
unsere Fragen zum fächerübergreifenden Unterricht zu stellen.

Diese Einblicke waren wirklich spannend, da doch viele von uns bislang wenig Erfahrungen sammeln konnten.
Am Samstag haben wir uns unseren ‚neuen‘ Fächern zugeordnet und zunächst
grundlegende Informationen, Tipps und Einblicke bekommen. Zusätzlich waren auch
Lehrkräfte von den Ausbildungsschulen dabei, die mit ihren Erfahrungen und Fragen im
fachfremden Unterrichten neue Perspektive aufgetan haben. Sei es, dass wir Teilchen in
allen Formen außer rund zeichnen sollten oder dass man mit Scham und Ekel im
Unterricht umgehen muss: Es konnte eine (unerwartete) Begeisterung für ein neues
Fach entfacht werden.Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es dann praktisch
weiter. Verschiedene Experimente und Stationen waren vorbereitet, bei denen wir uns
ausprobieren und üben konnten. Das Angebot reichte von Bunsenbrenner zur
Redoxreihe und vom Mikroskopieren bis zum Sezieren eines Auges.
Bevor es nun an die Unterrichtserprobungen geht oder wir in Zukunft einmal
fächerübergreifend unterrichten werden, haben wir durch diese Blocktage schon ein
sichereres Gefühl. Vielen Dank an Frau Reimers und Frau Tscherniak, die uns einen
tollen Einblick in ihre Fächer gegeben haben und diese Tage organisiert haben!

Erster Gottesdienst von LiVs für LiVs zum Beginn des Vorbereitungsdiensts

Unter dem Motto „Frei(e) Stunde – Anhalten, Innehalten, Kraft behalten“ feierte das Studienseminar Hildesheim am 02.09.25 in der Matthäuskirche Hildesheim einen Gottesdienst von LiVs für LiVs. Der Gottesdienst richtete sich an alle LiVs sowie Mitarbeiter:innen des StS Hildesheim unabhängig von ihrem Glauben. Besonders im Fokus standen jedoch die neuen LiVs, die erst kürzlich ihren Dienst aufgenommen haben. Der Gottesdienst bot einen Moment des Innehaltens inmitten des oft lehrreichen und aufregenden Vorbereitungsdienstes. Kreative Texte, Dialoge und musikalische Beiträge luden dazu ein, die eigene Zeit und deren Wert neu in den Blick zu nehmen.

Das Studienseminar Gymnasium (Fachseminare Ev. und Kath. Religion) hatte sich mit großem Engagement um die inhaltliche Gestaltung und Umsetzung des Gottesdienstes gekümmert. Das Studienseminar des GHRS sorgte im Anschluss für ein gelungenes Come2gether mit Essen und Trinken – eine wertvolle Gelegenheit für einen angeregten Austausch untereinander.

Die Idee zu diesem Format entstand in Interaktion mit Herrn Jonathan Overlach, der die Hildesheimer Hochschulgemeinde (ESG) leitet und momentan eine kirchliche Begleitung (Mentorat) für LiV in Hildesheim aufbaut. 

Gemeinsam schufen alle Anwesenden einen besinnlichen Abend, der Gemeinschaft erlebbar machte, Inspiration schenkte und Kraft für die kommenden Aufgaben gab.

Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für die Vorbereitung, Gestaltung und Begleitung dieses besonderen Gottesdienstes!

(Natalia Kozikowski, Rebekka Kunze, Tim Schümann)

 

„Ich darf nicht nur – Ich muss sogar!

Demokratiebildung als Herausforderung in der Lehrkräfte-Ausbildung.

Demokratie ist kein Selbstläufer. Ein Bericht aus unserem Studienseminar über eine Fortbildung, die zeigt: Lehrkräfte dürfen nicht nur Haltung zeigen – sie müssen es sogar.

Das Kollegium unseres Studienseminars hat sich mit einer der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit beschäftigt: der Demokratiebildung. Schulen sind nicht nur Orte des Lernens von Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften – sie sind auch zentrale Erfahrungsräume für Demokratie. Hier können Kinder und Jugendliche erleben, dass Menschenwürde, Minderheitenschutz und demokratische Werte keine abstrakten Begriffe sind, sondern Grundlage unseres Zusammenlebens.

Schon auf großen Fachtagungen, wie der niedersächsischen Schulleitertagung 2025 in Soltau, wurde deutlich: Wenn man über pädagogische Konzepte spricht, muss man die gesellschaftliche Realität anschauen. Radikalisierungstendenzen, abnehmende Akzeptanz demokratischer Institutionen und ein verbreitetes Gefühl, dass „die Wertebasis wegrutscht“, bilden den Hintergrund unserer Arbeit.

Auf unserer seminarinternen Fortbildung war uns wichtig, die Arbeit auch für interessierte Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zu öffnen und wir durften uns darüber freuen, dass diese sich mit wertvollen Perspektiven beteiligten.

Push- und Pull-Faktoren im Blick

Unsere seminarinterne Fortbildung setzte daher bei den Fragen an: Was trägt dazu bei, dass Menschen sich von demokratischen Grundwerten entfernen? Und: Welche Faktoren können helfen, Demokratie zu stärken? Es ging uns darum, Gefährdungen nicht einseitig, sondern in alle Richtungen zu betrachten – von politischem Extremismus bis zu religiös-fundamentalistischen Strömungen. Unterstützung erhielten wir dabei durch den Verfassungsschutz Niedersachsen, der uns sachlich und faktenbasiert Befunde und Entwicklungen vorstellte.

Als ausbildendes Kollegium ist uns klar: Demokratiebildung ist kein „Add-on“ im Schulalltag, sondern Kernauftrag – und er gelingt nur mit gut vorbereiteten, sensiblen Lehrkräften.

Demokratiedidaktik als zweiter Baustein

Im zweiten Teil der Fortbildung erarbeiteten wir mit Prof. Dr. Beutel (Leibniz Universität Hannover) Perspektiven der Demokratiedidaktik. Dabei stand im Zentrum: Wie kann Lehrkräftebildung so gestaltet werden, dass angehende Lehrkräfte ihre Verantwortung für Demokratiebildung aktiv annehmen? Ein wichtiger Ausgangspunkt dabei: Schule ist kein wertneutraler Raum. Das wird auch im niedersächsischen Runderlass Demokratiebildung (2021) unmissverständlich betont: Grundwerte wie Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind verbindlich. Positionen, die diese Werte infrage stellen oder verletzen, dürfen nicht unwidersprochen bleiben – sie müssen zum Anlass gemeinsamer Reflexion im Unterricht werden.

Der Beutelsbacher Konsens – und sein Missbrauch
Oft wird in diesem Zusammenhang auf den Beutelsbacher Konsens (1976) verwiesen, der drei Grundprinzipien der politischen Bildung enthält:

1. Keine Indoktrination (Überwältigungsverbot)
2. Kontroverses in Wissenschaft und Politik muss auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden (Kontroversitätsgebot)
3. Lernende sollen zur selbstständigen Urteilsbildung befähigt werden (Schülerorientierung).

Genau hier versuchen jedoch politische Akteure, die Regeln umzudeuten: Wenn Lehrkräfte sich gegen pauschale Verunglimpfung ganzer Bevölkerungsgruppen wehren, wird ihnen vorgeworfen, sie verstießen gegen das Neutralitätsgebot. Ein erster Schritt wird daher sein müssen, dies als ein durchschaubares antidemokratisches Manöver zu entlarven. Neutralität bedeutet nämlich nicht, menschenverachtende Positionen unkommentiert zu lassen – im Gegenteil: Lehrkräfte sind verpflichtet, Haltung zu zeigen und die Grundwerte unserer Verfassung zu verteidigen. 

„Darf ich mich positionieren?“ – Ja, ich muss sogar!
Viele Lehrkräfte spüren Unsicherheit: Darf ich mich als Lehrkraft klar positionieren, wenn Schülerinnen oder Schüler Meinungen vertreten, die zwar nicht verboten sind, aber die Würde anderer verletzen? Hierauf gibt es eine eindeutige Antwort: Nicht nur dürfen Lehrkräfte Haltung zeigen – sie müssen es sogar. Natürlich steht die Freiheit der Meinungsäußerung unter dem Schutz des Grundgesetzes, findet ihre Schranken jedoch in den allgemeinen Gesetzen sowie in der Achtung der Menschenwürde.

Denn Demokratie lebt – wie Ernst-Wolfgang Böckenförde es formulierte – von Voraussetzungen, die sie selbst nicht garantieren kann. Damit diese Voraussetzungen – Menschenwürde, Respekt und Gleichheit – erhalten bleiben, braucht es kompetente Lehrkräfte, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und klar handeln. 

Unser Auftrag als Kollegium
Als Kollegium des Studienseminars wissen wir: Die Aufgabe, Demokratiebildung zu unterstützen, ist schwer – und es gibt dafür kein Patentrezept. Aber wir sind fest entschlossen, gerade im Rahmen des Vorbereitungsdienstes Wege zu finden und Konzepte zu entwickeln, damit das pädagogische Personal der Zukunft gut vorbereitet ist, Verantwortung für Demokratiebildung zu übernehmen.

Unsere Fortbildung war ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg. Und klar ist: Es werden weitere folgen. Denn Demokratie braucht Menschen, die sie verteidigen – im Unterricht genauso wie im Alltag.

Christian Gauger